Tauchferien
Mit seinen Felsküsten und dem klaren Wasser gilt das maltesische Archipel als ideales Tauchrevier. Die Tauchspots sind leicht zugänglich und auf Grund der kurzen Distanzen schnell zu erreichen. Alle drei Inseln bieten ausgezeichnete, einzigartige Taucherlebnisse mit Riffen, Höhlen und Wracks, die das Tauchrevier zu einem der interessantesten des Mittelmeeres machen. Der weithin steinige Meeresgrund und die minimalen Gezeiten garantieren auch in grösseren Meerestiefen ausgezeichnete Unterwassersicht, was Malta zum optimalen Revier für Einsteiger und Anfänger macht. Für Fortgeschrittene gibt es verschiedene Tauchstellen, die mit archäologischen Artefakten aus dem 2. Weltkrieg oder sogar aus der Römerzeit aufwarten. Die
Wassertiefe variiert vom seichten 12 m tiefen Ghar Lapsi bis zum Laternenpunkt, wo ein Unterwassertunnel die Taucher bis weit über 50 m in die Tiefe hinunterführt.
Bei hervorragenden Sichtverhältnissen bis in eine Tiefe von 30 Metern zählen die gleichsam durchsichtigen Gewässer zu den klarsten der Welt. All das macht Malta zu einem Traumziel für Unterwasserfotografen. Das Leben im Meer erblüht in den kräftigsten Farben.
Da die verschiedenen Tauchplätze jeweils nur einen Steinwurf voneinander entfernt sind, gibt es eine Fülle von Unterwasserwelten zu erkunden. Einige der bekanntesten stellen wir Ihnen vor - von labyrinthischen Höhlen über Riffe bis hin zu Wracks aus der Zeit des Krieges. Aufregend wird es vor allem, wenn Sie nachts oder bis in Tiefen von 30, 40 Metern tauchen und die Farben im Widerschein der Taschenlampe schimmern. Tauchgänge dieser Art sind ein einzigartiges Abenteuer für Geübte.
Es gibt verschiedene Arten von Tauchkursen und –aktivitäten, die von zugelassenen örtlichen Tauchschulen angeboten werden. Die Taucher müssen in jedem Fall ein tauchärztliches Zeugnis vorweisen können.
Taucher, die ohne Begleitung einer Tauchschule tauchen wollen, müssen einen Tauchpartner haben und den PADI Advanced Open Water Tauchschein oder ein Äquivalent einer anderen Agentur vorweisen (z.B. CMAS Two Star Diver, BSAC Sport Diver, SSI Advanced Open Water, etc.). Es ist immer empfehlenswert, sich beim Tauchzentrum über die aktuelle Wetterlage und die besten Tauchplätze zu informieren.
TAUCHPLÄTZE AUF GOZO
Reqqa Point, Ghasri, Gozo
Dies ist die nördlichste Landspitze Gozos. Die Küstenstraße ist holprig und der Einstieg aufgrund des oft starken Seegangs schwierig, aber der Tauchgang ist fantastisch. Das Riff besteht aus einer Steilwand bei 30 Metern und fällt dann 60 Meter tief ab. Bei 15 Metern liegt ein herrliches Aussichtsplateau. Hier taucht man buchstäblich in einer Wolke von kleinen Fischen, die sich von den reichhaltigen Gewässern ernähren. Riesige Zahnbrassenschwärme feiern Fressgelage; die Zackenbarsche sind gross und zahlreich. Grosse Höhlen und das tiefe Wasser runden den Tauchgang ab. Grösste Tiefe: 60 Meter
Dwejra Point, Dwejra, Gozo
Dwejra ist einer der spektakulärsten Tauchplätze Maltas mit bis zu 60 Meter tiefem Wasser und vielen Höhlen und Felsbögen. Am eindrucksvollsten ist der 35 Meter lange Tunnel, der von landeinwärts ins offene Meer führt, wo der Boden jählings abfällt. Das klare Wasser und die Tiefen können trügerisch sein. Dieser Tauchplatz ist der richtige Ort für
Taucher, die das reiche Meeresleben erkunden wollen. Grösste Tiefe: 60 Meter
Mgarr ix-Xini, Gozo
Mgarr ix-Xini ist ein öffentlich nicht zugänglicher Tauchplatz. Da die Ta' Cenc-Klippen keinen Einstiegspunkt bieten, muss man vom Privatstrand des Ta' Cenc-Hotels aus ins Wasser gehen. Die Steilwände setzen sich unter Wasser bis zu einer Tiefe von 30 Metern fort, wo sie grossen Felsen weichen. Hier gibt es reichlich Verstecke für Zackenbarsche. Wegen seiner Vielzahl von Fischarten - Knurrhahn, Himmelsgucker, sogar Seepferdchen sind zu sehen - ist dieser Tauchplatz bei Fotografen äusserst beliebt. Es gibt auch eine Höhle, in deren Inneren man auftauchen kann. Grösste Tiefe: 14 Meter
Xlendi Reef, Gozo
Xlendi Reef liegt in der Mitte der Xlendi Bucht. Teile des Riffs bilden eine Felsformation, die bis zu einem Meter über die Wasseroberfläche reicht. Das Riff ist bedeckt mit Seegras und kleinen Fischen. Außerdem sind grosse Mengen von Mönchsfischen, kleine Schwärme von Meeräschen und zahlreiche Arten von Lippfischen und Brassen zu sehen. Die Riffbasis ist übersät mit grossen Felsen; das Ende des Riffs befindet sich unterhalb der steilen Klippen. Grösste Tiefe: 25 Meter
Xlendi Cave, Gozo
Die Xlendi Höhle befindet sich in der Xlendi Bucht. Die Bucht durchquert man am besten schwimmend, über oder unter Wasser. Die grösste Tiefe dieses Tauchgangs ist 15 Meter. Die Höhle, ein gebogener Tunnel, führt von einer Seite der Felswand zur anderen. Am Eingang des Höhlenbodens sind Barben, Mönchsfische und Kardinalfische zu sehen. Die Höhlenwände leuchten in den hellen Farben der Seesterne, Schwämme, Algen und Borstenwürmer. Auf dem weiteren Weg durch den Tunnel findet man grosse Felsen, und nach und nach wird es flacher. Zum Ende des Tunnels hin ist der Meeresboden mit glatten Felsen und Kies bedeckt. Grösste Tiefe: 15 Meter
Fungus Rock, Gozo
Fungus Rock ist ein grosser Felsblock in der Dwejra Bucht an der Westküste von Gozo. Der Zugang ist nur mit dem Boot möglich. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 40 Meter. Durch den nördlichen Teil dieses alleinstehenden Felsens zieht sich ein Durchbruch. Unter Wasser ist die Szenerie genauso eindrucksvoll wie darüber, mit senkrechten Wänden, Spalten, Schluchten und von Felsen geformten Höhlen, die den größten Zackenbarschen einen hervorragenden Lebensraum bieten. Ein Blick nach oben zeigt nicht selten Thunfische, Stachelmakrelen und Barrakudas. Die Wände des Felsens sind bedeckt von Algen, Seeigeln, Rohrwürmern, Seesternen, Borstenwürmern und leuchtend roten Meereskartoffeln. Grösste Tiefe: 45 Meter
Billinghurst Cave, Gozo
Billinghurst Cave ist westlich von Reqqa Point im Nordteil von Gozo zu finden. Die Spitze des Höhleneingangs liegt knapp oberhalb der Wasseroberfläche; der Boden befindet sich in 27 Metern Tiefe. Ein langer Tunnel, genannt 'The Railway Tunnel' (Eisenbahntunnel), führt zu einer weiteren Höhle tief im Inneren des Felsens, wo man auftauchen kann. Der Einstieg erfolgt über Reqqa Point. In der Höhle wird man von zahlreichen roten Schwämmen, Weichkorallen und anderen Arten von Meeresleben empfangen. Auf dem Rückweg ist der Anblick der vom äusseren Riff durch das blaue, offene Meer scheinenden Sonne atemberaubend - ein perfektes Motiv für Silhouettenfotografie. Grösste Tiefe: 30 Meter
Crocodile Rock and Coral Cave, Gozo
Der krokodilförmige Fels liegt kurz vor der Küste zwischen Dwejra Point und Fungus Rock. Er ist sowohl mit dem Boot als auch von der felsigen Küste aus erreichbar. Wendet man sich nach Westen der linken Seite des Felsens zu, findet man eine quadratische Rutsche, die ins tiefere Wasser führt, wo eine Steilwand zum Vorschein kommt. Die Klippe fällt senkrecht bis zu 38
Metern Tiefe ab, wo das Seebett mit Felsen bedeckt ist. Hier sind Zackenbarsch- und Goldstriemenschwärme zu sehen. Wenn man sich vor der Klippe nach links wendet, erreicht man nach einiger Zeit die Korallenhöhle. Die Öffnung in etwa 22 Metern Tiefe erstreckt sich halbkreisförmig 20 Meter über den sandigen Grund. Im Inneren der Höhle kann man im Licht der Taschenlampe verschiedene Arten von Korallenschwämmen, Spitzenkorallen und den sehr seltenen Meeresgoldfisch sehen. Grösste Tiefe: 45 Meter
The Blue Hole and The Chimney, Gozo
Dieser Tauchplatz liegt vor dem Azure Window am Fusse des Dwejra Point. Es ist ein Küstentauchgang, den man, ziemlich schwierig, zu Fuß über groben Korallenkalk erreicht. Immerhin sind in den Felsen, der hinab zum Blue Hole führt, Stufen geschnitten. Dabei handelt es sich um eine bis in26 Meter Tiefe reichende natürliche Felsformation, die über die Jahrhunderte vom Wind und den Wellen herausgearbeitet wurde. Das Loch liegt etwa einen Meter über dem Meeresspiegel und misst ca. zehn mal fünf Meter. Schon einige Meter unter dem Wasserspiegel hat man jedoch, durch einen riesigen Torbogen hindurch, unbegrenzten Zugang zum Meer. Am Grund des Loches befindet sich eine grosse Höhle. In den Kamin kann immer nur ein Taucher gleichzeitig durch einen Spalt im fast senkrechten Felsen einsteigen. Er öffnet sich in einer Tiefe von etwa acht Metern. Während des gesamten Tauchgangs sind die verschiedensten Fischarten, Seesterne und Borstenwürmer zu sehen. Der Tauchgang eignet sich hervorragend zum Fotografieren. Grösste Tiefe: 50 Meter
San Dimitri Point, Gozo
San Dimitri Point, ein eindrucksvoll aus der Küste ragender Felsen, liegt an der westlichsten Spitze von Gozo. Er ist nur mit dem Boot erreichbar. Der erste Teil des Tauchgangs ist ziemlich unspektakulär. Dann erreicht man einen grossen Felsen; kleinere Felsen sind in einer Tiefe von etwa 30 Metern über den Meeresboden verstreut. Während des gesamten Tauchgangs kann man
auf grosse Barrakudaschwärme treffen. Zackenbarsche, Zahnbrassen und Mönchsfische sind üblicherweise ebenfalls zu sehen, ausserdem Oktopusse und Muränen. Grösste Tiefe: mehr als 50
Meter
Ghasri Valley, Gozo
Dieser Tauchplatz liegt zwischen Reqqa Point und Forna Point an der Nordostküste von Gozo. Ghasri Valley ist ein spektakulärer, tiefer Canyon, der sich zum Meer hin weitet. Der Tauchplatz, auch als Blue Dome (blauer Dom) oder Cathedral Cave (Kathedralenhöhle) bekannt, ist ideal für alle Leistungsstufen. Er beginnt in flachem Wasser an einem Kiesstrand und geht bis in eine Tiefe von 30 Metern. Der Meeresboden ist bedeckt von Seeanemonen, grossen, algenbewachsenen Felsen, Seeigeln und Seesternen. Auch Mönchsfische, Meerbrassen und Skorpionfische sind zu sehen; sogar auf Seepferdchen kann man treffen. Die Höhle selbst liegt nur fünf Meter unter der Wasseroberfläche. Sie führt durch ein kuppelförmiges Gewölbe, in dem man auftauchen und frei atmen kann. Der Höhlenboden ist von Felsen bedeckt. Am eindrucksvollsten ist allerdings der Blick hinaus auf den Ozean. Zum Ende des Tals hin, in etwa 20 Metern Tiefe, kann man Oktopussen und Zackenbarschen begegnen. Grösste Tiefe: 20 Meter
Double Arch Reef, Gozo
Dieser Tauchplatz liegt etwas östlich von Xwieni Bay an der Nordküste von Gozo. Man muss 200 Meter in nördliche Richtung schwimmen, bevor ein Steilabfall erreicht wird. In der Nähe befindet sich eine senkrechte Felswand mit zwei charakteristischen Durchbrüchen, bekannt als Double Arch Reef. Die Spitze des Felsens liegt in einer Tiefe von 16 Metern, der Rest reicht bis auf 36 Meter hinab. Der tiefere Bogen ist der grössere der beiden Durchbrüche. Unterwegs trifft man auf von Tintenfischen bevölkertes Seegras, auf Oktopusse und sogar auf Seepferdchen. Auch grosse Barrakudaschwärme sind in dieser Gegend nicht selten. Grösste Tiefe: 36 Meter
Xatt l-Ahmar, Gozo
Dieser Tauchplatz ist eine schmale Bucht südwestlich von Mgarr. Die Zugänge sind im Allgemeinen an der Küste. Zu Beginn taucht man in etwa neun Metern Tiefe über einen breiten, waagrechten Felsvorsprung, der mit Seegras bewachsen ist. Hier findet man Sprotten und Sardinen. An der Kante fällt der Felsvorsprung bis auf etwa 22 Meter ab. Der Meeresboden ist hier von kleinen bis extrem grossen Felsen bedeckt. Diese Felsen, die Lebensräume für kleine Oktopusse, Barben, Meerbrassen und andere Lebewesen bieten, dienen auch als Durchschwimmöglichkeiten. Während des ganzen Tauchgangs trifft man ausserdem auf Papageienfische, Skorpionfische und Schwärme von Mönchsfischen. Im Jahr 1999 wurde hier die Gozofähre Xlendi als künstliches Riff versenkt. Grösste Tiefe: 30 Meter
Fessej Rock, Gozo
Dieser Tauchplatz befindet sich vor dem Mgarr ix-Xini Meeresarm entlang der Südküste, in der Nähe des Hafens von Mgarr. Fessej Rock ist eine hohe, kreisrunde Felssäule, die etwa 15 Meter aus dem Wasser ragt und inmitten zahlreicher anderer grosser Felsen 50 Meter tief senkrecht auf den Meeresboden fällt. Die durchschnittliche Tiefe dieses Tauchganges ist 30 Meter. Man begegnet grossen Fischschwärmen, Rohrwürmern und Springkrabben, Zahnbrassen und Stachelmakrelen. Auch Barrakudas, Thunfische und Zackenbarsche können bei diesem Tauchgang angetroffen werden, ebenso Oktopusse und Langusten. Grösste Tiefe: 50 Meter
Il-Kantra, Gozo
Dieser Tauchplatz liegt am Westeingang des Meeresarms Mgarr ix-Xini. An der Westseite des Meeresarms ist eine Anzahl von seltenen Fischen zu sehen, etwa der fliegende Knurrhahn, der rote Knurrhahn, der Himmelsgucker und mit etwas Glück der John Dory. Auch Meerbrassen, Skorpionfische, kleine Oktopusse und grosse Tintenfische sind anzutreffen. In zwei Höhlen kann man Seeanemonen und sogar in den Wänden versteckte Garnelen sehen. Der Meeresboden vor der Vorderseite der Klippe ist aus grobkörnigem Sand. Dazwischen wächst gelegentlich Seegras, über dem seltene Fischarten zu finden sind. Grösste Tiefe: 14 Meter
TAUCHPLÄTZE AUF MALTA
HMS Maori, Valletta
Dieser Tauchplatz liegt unterhalb des Forts St. Elmo, vor einem Cafe, an dessen Wänden zahlreiche Bilder von Zerstörern hängen, unter ihnen die HMS Maori. Die HMS Maori lief im Jahr 1937 vom Stapel. Sie hatte erhebliche Kämpfe im Mittelmeer, während des Norwegen-Unternehmens, bei Atlantik-Konvois und in der Nordsee zu bestehen. Am 12. Februar 1942 lag sie am Eingang zu Dockyard Creek vor Anker, als sie einen direkten Treffer im Maschinenraum erhielt und sank. Sie wurde später im flachen Wasser der St. Elmo's Bay bei einer Tiefe von etwa 15 Metern in den Sandboden gesetzt. Ihre Geschütze wurden abgebaut. Bug und Heck sind verschwunden, doch Teile der erhöhten Brücke sind noch vorhanden. Taucher können recht einfach durch große Öffnungen in der Steuerbordwand auf das Wrack gelangen. Obwohl es versandet ist, tummeln sich viele Fischarten und andere Lebewesen in und zwischen den mit grünen Algen und Rohrwürmern bewachsenen Trümmern. Größte Tiefe: 15 Meter
Blenheim Bomber, Marsaxlokk
Die Blenheim, ein leichter Bomber der englischen Luftwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg, liegt in den Gewässern von Xorb il-Ghagin. Die Triebwerke und die Tragflächen sind noch intakt, doch der Vorderteil des Rumpfes ist abgebrochen und liegt mehrere Meter vor dem Hauptteil des Wracks. Dieser Non-Stop-Tauchgang in eine Tiefe von 42 Metern erfordert sorgfältige Planung. Das Wrack ist voll von interessantem Meeresleben. Grösste Tiefe: 42 Meter
MV Odile
Die MS Odile (auch unter dem Namen Margit bekannt) war ein altes Dampfschiff, das während eines Bombenangriffs am 04. April 1942 am Karkara Riff außerhalb des Grand Harbours (La Valletta) gesunken ist. Das Wrack wurde in den späten Siebzigerjahren wiederentdeckt. Durch die Explosionen ist der Rumpf in einem schlechten Zustand, Bug und Propeller fehlen und das Schiff liegt auf der Backbord-Seite. Das Wrack verteilt sich über eine grössere Fläche und ist auf Grund der schlechten Sichtverhältnisse ohne genaue Kenntnisse der Tauchgründe nur schwer zu finden. Es wird nur erfahrenen Tauchern empfohlen das Wrack zu betauchen, da man eine gute Ausrüstung inklusive Sicherungsleinen benötigt. Maximale Tiefe: 24 Meter
Ahrax Point, Dragonara Cave, Mellieha
Dies ist die Nordostspitze von Malta. An der Oberfläche gibt es zahlreiche Höhlen, in deren Inneren sich mehrere Tunnels befinden. Der Einstieg ist ein schmaler Meeresarm mit Wassertiefen von drei bis zehn Metern. Nach zehn Minuten schnorcheln kommt man an einen Punkt, an dem sich zwei Möglichkeiten bieten: rechts ist ein an Meeresleben reiches Riff mit einem eindrucksvollen Steilabfall, links liegt der Eingang zu einer grossen Unterwasserhöhle. Während des gesamten Tauchgangs gibt es jede Menge Kardinalfische, helle Korallen und rote Schwämme zu sehen. Grösste Tiefe: 25 Meter
Anchor Bay, Mellieha
Dies ist ein idealer Ort, wenn starke Nordostwinde das Tauchen in vielen anderen Gebieten unmöglich machen. Ins Wasser gelangt man über eine Pier. Der Boden fällt sanft ab und erreicht Tiefen von 28 Metern. Der Meeresgrund ist mit extrem grossen, teilweise bizarren Felsformationen bedeckt, die einige sehr interessante Möglichkeiten zum Durchtauchen bieten. Das ist der ideale Lebensraum für Oktopusse, Zackenbarsche und noch größere Fische. Etwa 150 Meter von der Bucht entfernt befindet sich eine große Höhle, deren Boden in zehn Metern Tiefe liegt. Im Höhleninneren kann man leicht auftauchen und die kuppelförmige Decke mit ihrem reichhaltigen Rotalgenbewuchs bewundern. Ein Stück weiter öffnet sich durch die Spitze eines Felsvorsprungs ein grosses Fenster. Üblicherweise sind während des gesamten Tauchgangs Papageienfische und mittelgroße Zackenbarsche zu sehen, gelegentlich auch Muränen. Grösste Tiefe: 28 Meter
Cirkewwa
Diese Stelle, im Norden der Insel gelegen, war lange Zeit ein von örtlichen Tauchern bevorzugter Platz, hauptsächlich wegen seines eindrucksvollen Steilabfalls von acht bis 30 Metern. Das Gebiet zeichnet sich durch einen malerischen Bogen und zahlreiche Höhlen aus. Der Bogen ist eine Höhle mit einem großen Durchbruch im Dach; er formt eine schmale Felsbrücke, unter der man leicht in die Höhle gelangt. Grösste Tiefe: 36 Meter
Ghar Lapsi, Qrendi
Ghar' bedeutet Höhle auf Maltesisch, und Ghar Lapsi ist ein Fischerdorf an der Südküste. Der Zugang zum Wasser ist einfach. Nach dem Einstieg gelangt man mit wenigen Tauchzügen in ein flaches System vom Unterwasserhöhlen, durch deren zahlreiche Ausgänge die Sonnenstrahlen leuchten. Der Tauchplatz von Ghar Lapsi, hauptsächlich im Tiefenbereich von 15 bis 20 Metern, ist ein ausgedehntes Gebiet von parallelen Riffs und Senken mit den meisten Vertretern der typischen Mittelmeerfauna. Grösste Tiefe: 20 Meter
Qawra Point
Dies ist die Nordspitze der St. Paul's Bucht. In der Gegend wurde ein grosser römischer Anker aus dem Meer geborgen. Die Formation fällt zunächst langsam ab, bevor die Eintönigkeit der Posidoniawiesen einem steilen Abfall von 40 Metern weicht, wo das Licht der Taschenlampe die Pracht vieler seltsam geformten Schwämme enthüllt. Eine große C-förmige Höhle, die oft von braunen Adlerlachsen und Brassen bewohnt wird, rundet diesen langen Tauchgang ab. Grösste Tiefe: 50 Meter
Wied iz-Zurrieq, Qrendi
Wied iz-Zurrieq ist ein Tal an der Südküste von Malta. Die steilen Abhänge des Tals setzen sich unter Wasser fort. Über einen kleinen Kai gelangt man ins Wasser. Der Grund ist übersät mit Felsstücken, die im Laufe von Jahrhunderten angetrieben worden sein müssen. Rechts von der Talmündung befindet sich eine kleine Höhle, deren Boden auf mehr als 30 Meter abfällt. Nachts, wenn sich die tagsüber versteckten Krabben hervorwagen, zeigt dieser Tauchplatz seine ganze Pracht. Grösste Tiefe: 30 Meter
Delimara Point, Marsaxlokk
In der Spitze der Halbinsel Delimara, hinter Marsaxlokk, markiert ein kleiner quadratischer Felsen dieses Tauchgebiet. In etwa neun Metern Tiefe beginnt ein Unterwasserriff. Es fällt langsam bis zu 12 Metern ab; dort entdeckt man einen senkrechten Abhang bis auf 25 Meter hinunter. Ausserdem gibt es hier eine Höhle und einen senkrechten Tunnel, der bis zum Dach des Riffs reicht. Der Boden ist übersät mit einigen grossen Felsen, zwischen denen sich der scheue Zackenbarsch zeigt. Dahinter, im sandigen Meeresboden, kann man häufig Stachelrochen sehen. Während des gesamten Tauchgangs sind verschiedene andere Fische und weiteres Meeresleben zu beobachten. Grösste Tiefe: 25 Meter
The Tugboat Rozi, Cirkewwa
Im Norden von Malta liegt Marfa Point. Hier befindet sich eine alte Mole aus Eisen, von der aus der Schlepper Rozi etwa 135 Meter entfernt im Meer liegt. Die grösste Tiefe dieses Tauchgangs ist 36 Meter. Die Rozi war ein 40 Meter langer Schlepper, der im Jahr 1991 als Unterwasser-Attraktion für Glasbodenboot-Touren absichtlich versenkt wurde. Sie steht aufrecht im sandigen Meeresboden; mit Ausnahme der Maschinen und der Schiffsschrauben ist alles an ihr intakt. Dies ist einer der beliebtesten Tauchplätze Maltas; es gibt viel zu sehen und entdecken. Tausende von Fischen umschwärmen das Schiff, unter ihnen Meerbrassen, Skorpionfische, Regenbogenlippfische und Kardinalfische. Grösste Tiefe: 36 Meter
Marfa Point, Marfa
Das ist ein Küstentauchgang, der in einer flachen Lagune beginnt. Dort befindet sich ein auf etwa 18 Meter abfallendes Riff. Nicht weit entfernt liegt eine kleine Höhle mit einer Madonnen-Statue, die von einem örtlichen Tauchclub aufgestellt wurde. Grosse Mengen von Feuerwürmern und Kardinalfischen bevölkern das Riff. Der Tauchgang endet üblicherweise am Fuss eines schmalen Bogens in der Riffwand. Grösste Tiefe: 25 Meter
St. Paul's Inseln
Diese Inseln am Westeingang zur St. Paul's Bucht sind nur mit dem Boot zu erreichen. Auf den St. Paul's Inseln gibt es zahlreiche Tauchplätze; einer von ihnen soll der Ort sein, an dem der Heilige Paulus Schiffbruch erlitten hat. Davon ist allerdings nichts mehr zu sehen, doch es gibt andere Überreste wie einige Seitenplatten und Spanten eines alten Zerstörers, ausserdem ein kleines Fährboot, das im Jahr 1984 absichtlich versenkt wurde. Eine algenbedeckte Christusstatue ist ebenfalls zu bewundern. Man kann auch einen Rifftauchgang im offenen Meer unternehmen: Der weisssandige Meeresboden ist bedeckt von Felsen und Posidoniagras, in dem sich zahlreiche Lippfische aufhalten. Auch breitschnäuzige Seenadeln sind im Seegras zu entdecken. Grösste Tiefe: 25 Meter
Carolita Barge, Marsamxett Harbour
Das Wrack der Barke Carolita erreicht man über Manoel Island im Marsamxett Hafen, indem man in einer Tiefe von 10 - 15 Metern in südwestliche Richtung schwimmt. Auf dem um das Wrack herum schlammigen Grund liegen Gegenstände wie Krankenhausbetten, Rollstühle und andere Dinge verstreut, die seit dem Krieg ins Meer geworfen wurden. Der Torpedoschaden im Heck des Schiffes ist beträchtlich. Während des gesamten Tauchgangs begegnet man Oktopussen, kleinen Zackenbarschen und Mönchsfischen. Grösste Tiefe: 22 Meter
Um El Faroud, Zurrieq
1995 kam es an Bord der Um El Faroud zu einer verheerenden Explosion, bei der neun maltesische Dockarbeiter starben. 1998 wurde das Schiff schliesslich versenkt, nachdem es drei Jahre im Hafen von La Valletta gelegen hatte. Nun steht es aufrecht auf dem sandigen Meeresboden südwestlich von Wied iz-Zurrieq. Über den Vorderfenstern des Steuerhauses ist eine Gedenkplatte für die Todesopfer angebracht. Die Um El Faroud wiegt 10 000 Tonnen bei einer Länge von 115 Metern. Die Oberseite der Brücke befindet sich in 18 Metern Tiefe, das Hauptdeck bei 25 Metern. Am Heck kann man Tintenfischen und Barrakudas begegnen. Auf der dem Hafen zugewandten Seite wimmelt es normalerweise von grossen Brassen-, Papageienfisch- und Silversideschwärmen. Gelegentlich trifft man auf eine Stachelmakrele oder einen Thunfisch. Der Zugang ist ziemlich einfach, doch wegen der Grösse des Wracks sollte dieser Tauchgang erfahrenen Wracktauchern vorbehalten bleiben. Grösste Tiefe: 36 Meter
Imperial Eagle, St. Paul's Bay
Die Imperial Eagle ist eine ehemalige Fähre, die zwischen Malta und Gozo verkehrte. Der Schiffsrumpf liegt auf dem sandigen Meeresboden in einer Tiefe von 42 m, 300 m nord-östlich von Qawra Point. Der Frachtraum ist geöffnet und ermöglicht einen einfachen und interessanten Tauchgang. Ganz in der Nähe befindet sich auch eine Statue von Jesus Christus, die 1990 vor ihrer Versenkung von Papst Johannes Paul gesegnet wurde und die Fischer von Malta beschützen soll. Maximale Tiefe: 42 Meter
TAUCHPLÄTZE AUF COMINO
Irqieqa Point, Comino
Ein schmaler Landstreifen an der Südwestspitze von Comino, mit Steilabfall bis zu einer Tiefe von 40 Metern. Kalte Strömungen im klaren Wasser locken grosse Sardinen- und Dorschschwärme an, die von Stachelmakrelen, Zahnbrassen und manchmal auch von Thunfischen gejagt werden. Die felsübersäten Tiefen beherbergen Brassen und braune Adlerlachse. Grösste Tiefe: 50 Meter
St. Marija Caves, Comino
Wer die Bootsfahrt nach Comino unternommen hat und nun auf der Suche nach einem zweiten interessanten, flacheren Tauchplatz ist, der findet hier was er sucht. Die Höhlen sind sehr schön und bieten dem Unterwasserfotografen endlose Möglichkeiten. Oktopusse, Muränen, Zackenbarsche und unzählige kleine Fische machen den Tauchgang zu einem entspannten Erlebnis. Grösste Tiefe: 20 Meter
Cominotto Reef, Comino
Cominotto ist ein der Nordwestspitze von Comino vorgelagertes kleines Inselchen. Nordwestlich von Cominotto liegt ein Unterwasserriff. Der Tauchgang ist nur vom Boot aus möglich; die Ankermöglichkeiten sind gut. Die durchschnittliche Tiefe liegt bei 18 Metern; die grösste Tiefe ist 36 Meter. Während des Tauchgangs stösst man auf massive Felsen mit interessanten Durchbrüchen und Höhlen, wo sich Lebewesen wie die grabende Seeanemone (Peachia cylindrica) und der Pfauenwurm verstecken. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Röhrenwürmern, Weichkorallen und roten Schwämmen, die dieser Schattenlandschaft Farbe verleihen. Grösste Tiefe: 36 Meter
Lantern Point, Comino
Dieser Bootstauchgang startet in sechs Metern Tiefe von einer flachen Felsbank aus, wo man das Boot üblicherweise vor Anker legt. Oberhalb des Eingangs zu einem 'Kamin' fällt ein fast senkrechter Tunnel bis auf 16 Meter ab. Der Tunnel ist so breit, dass man es vermeiden kann, an die mit Feuerwürmern bewachsenen Wände zu stossen. Etwas rechts ausserhalb des Tunnels kann man unter einem massiven Felsen ein Labyrinth von Durchtauchmöglichkeiten geniessen und dabei Seesterne bewundern. Hinter dem großen Felsen liegen in 50 Metern Tiefe Felsbrocken, die in einen sanften Anstieg übergehen. Dicht am Meeresboden liegende Ecken und Felsritzen beherbergen neben grossen Zackenbarschen gelegentlich auch Zahnbrassen. Grösste Tiefe: 50 Meter
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